Das Tee Disaster

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Oktober 25, 2008 von flori9

Es ist schon längere Zeit her, als ich durch Zufall wieder eine alte Freundin traf. Wir freuten uns riesig, nach all den Jahren wieder zu sehen. Natürlich hatten wir uns eine Menge zu erzählen. Doch wie es so üblich ist, drängte mal wieder die Zeit, deshalb verabredeten wir uns für die nächsten Tage. Ich lud sie zu mir nach Hause ein und erinnerte mich, dass Sie schon immer eine Teeliebhaberin war. Was lag also näher, als einen gemütlichen Nachmittag bei Tee zu verbringen und in Erinnerungen zu schwelgen.

Als wir uns dann endlich wieder sahen und ich den Tee zubereiten wollte, sah sie mich ganz unglücklich an und fragte mich entsetzt ob dass sein müsse? Da ich nicht wusste, was Sie meinte, fragte ich Sie, was denn? Sie meinte: „ Na, der Tee? Erstaunt sah ich Sie fragend an. Sie erzählte mir dann, dass Sie ja immer noch gerne Tee trinkt, aber Sie immer wieder damit angeht. Natürlich fragte ich Ann-Kathrin, so heißt meine Freundin – wieso? Weil sie sich jedesmal maßlos ärgere, wenn Sie Tee kaufen möchte, das ihr im Geschäft versprochen wird, der Tee sei hervorragend. Und jedesmal die Enttäuschung hinterherkommt. Dass der Tee, denn Sie liebt Früchtetee über alles, ein Disaster sei. Sie bezeichnete den Tee sogar als gefärbte Zuckerbrühe. Ich fand das urteil ein bisschen hart.

Aber dann erklärte sie mir auch warum, Sie so sauer und enttäuscht war. Er schmeckt einfach nur nach Wasser mit Zucker und Zimtaroma. Ich merkte schon, dass Ann-Kathrin ziemlich angefressen war, deswegen. Ich versuchte Sie erst mal zu beruhigen und versicherte Ihr, dass mein Tee durchaus zu genießen ist. Da Sie zuerst glaubte, als sie den Tee kaufte, er sei was Besonderes, weil er unheimlich gut roch. Daraufhin, ließ ich Sie an meinem Tee mal schnuppern. Im ersten Moment, war sie felsenfest davon überzeugt, es gehe mit ihm genauso wie mit Ihrem.

Tee zu kreieren und Kompositionen oder sogar Kreationen daraus zu machen, muss Berufung sein. Es muss dem Teataster im Blut liegen. Das Gespür und die Sinne müssen beim Schnuppern schon fühlen können, was daraus wird. Aber auch das Wissen, sowie das Gespür sind maßgeblich daran beteiligt, was geht und was nicht.

 Jedenfalls war Sie schon beim ersten Schluck total überrascht und auch gleich überzeugt. Denn Sie fand einen unheimlichen fruchtigen, vollen Geschmack vor, denn man sonst eben nur ganz selten bekommt. Da wir uns so lange nicht gesehen hatten, tranken wir noch zwei weitere Kannen und erzählten uns gegenseitig, was wir inzwischen in den ganzen Jahren erlebt hatten. So fand Ann-Kathrins Tee-Disaster, wie Sie es nannte doch noch ein gutes Ende, denn ich gab Ihr die Adresse von meinem Teehändler mit.

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